Mit 88:140 gingen die Warriors in Boston baden, schon zur Pause war die Partie entschieden und Coach Steve Kerr entschied sich, unter anderem Stephen Curry gar nicht mehr zu bringen. Nachdem es nach sechs Minuten noch 21:21 stand, kassierten die Dubs einen 17:61-Run über die folgenden 18 Minuten und lagen zur Halbzeit aussichtslos mit -44 hinten.
"Mund abwischen und weitermachen", meinte Draymond Green nach der Partie, ähnlich sah es Stephen Curry. "Sie haben uns von der ersten Minute den Hintern versohlt. Sie haben sich in einen Rausch gespielt und wir konnten nichts dagegen machen. (...) Früher haben wir das mit anderen Teams gemacht. So etwas demoralisiert, vor allem auswärts."
Das große Thema war vor allem die Herangehensweise in der Defense. Wie mehrere Warriors-Akteure bestätigte, war es eine gemeinsame Entscheidung, dass man Draymond Green auf Jaylen Brown ansetzte, der beste Verteidiger der Warriors sollte aber zudem in der Zone aushelfen und ließ den All-Star im ersten Viertel mehrfach einfach offen stehen. Brown trifft in dieser Saison knapp 35 Prozent aus der Distanz.
Golden State Warriors: Die höchsten Niederlagen der Franchise-Geschichte
Platz | Saison | Gegner | Ergebnis | Differenz | Ort |
1 | 1971/72 | Los Angeles Lakers | 99:162 | -63 | A |
2 | 2020/21 | Toronto Raptors | 77:130 | -53 | A |
3 | 2023/24 | Boston Celtics | 88:140 | -52 | A |
4 | 1961/62 | Boston Celtics | 102:153 | -51 | A |
5 | 1968/69 | Boston Celtics | 89:138 | -49 | A |
5 | 1966/67 | Los Angeles Lakers | 80:129 | -49 | A |
Warriors: Green verteidigt Defensiv-Strategie
"Er sollte bei Drives aushelfen und dafür sorgen, dass wir keine leichten Punkte zulassen", erklärte Kerr. Das ging komplett schief. Brown verwandelte im ersten Viertel gleich fünf Dreier und leitete das Warriors-Debakel mit drei erfolgreichen Distanzwürfen in Serie ein. "Es hat nicht funktioniert, das passiert", meinte Green gelassen. "Ich fand es gut, dass wir es probiert haben. Ich war voll dafür, um zu sehen, ob es klappt. Wenn ja, hätten wir was gefunden, nun hat es eben nicht geklappt. Das Leben geht weiter."
Die Celtics lachten sich dagegen ins Fäustchen. "Wir sind sehr dankbar für diesen Gameplan", befand Celtics-Coach Joe Mazzulla. "Viele Teams versuchen verschiedene Sachen gegen uns und wir müssen dann schauen, was die beste Lösung ist, ein Spiel zu gewinnen." Brown selbst nannte den Gameplan "ein wenig respektlos" ihm gegenüber. "Eigentlich bin ich es, der in die Zone kommt und offene Würfe kreiert. Wenn man mich aber zum Werfen einlädt, dann kann ich das auch machen."
Letztlich war es auch ein Zeichen der Anerkennung für die Celtics, die auch ohne Kristaps Porzingis beinahe nach Belieben scoren konnten. "Dieses Team hat so viele gefährliche Scorer, also muss man die Schwächen suchen, um sie ein wenig aus dem Rhythmus zu bringen", meinte Curry. "Im Nachhinein wissen wir, dass es nicht funktioniert hat." Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Golden State alleine in der ersten Halbzeit 21 Fastbreak-Punkte abgab und nur 3/18 aus der Distanz traf.
Warriors: Curry trotz Schmach weiter optimistisch
Vor der Partie standen die Dubs bei 11-2 aus den vergangenen 13 Spielen, sodass man in der Bay Area auch noch von der direkten Playoff-Teilnahme träumen kann. Der Rückstand auf Rang sechs beträgt nur 2,5 Spiele, dazu geht es noch dreimal gegen Dallas, die vor den Dubs Platz acht belegen.
Entsprechend wollte Curry der Niederlage auch nicht allzu viel Bedeutung schenken. "Das war heute eine Lehrstunde für uns, die uns aber nicht verunsichern sollte. Wir haben zuletzt soliden Basketball gespielt. Es ist aber eine Erinnerung daran, auf welchem Level wir spielen müssen, um am Ende der Saison eine echte Gefahr zu sein."
NBA - Celtics vs. Warriors: Die Stats-Leader
Stat | Celtics | Warriors |
Punkte | Jaylen Brown (29) | Lester Quinones (17) |
Rebounds | Oshae Brissett (8) | Gui Santos (9) |
Assists | Derrick White (8) | Chris Paul (7) |
Steals | Prichard, Brissett (je 2) | Payton II, Paul (je 1) |
Blocks | 5 Spieler (je 1) | Trayce Jackson-Davis (2) |