Informationen von Doha News zufolge wurden zahlreiche Busse voller Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund zu dem Event gefahren und dort gezwungen, an dem Lauf teilzunehmen. Entsprechende Ausrüstung wurde nicht bereitgestellt, viele der Arbeiter mussten daher in Jeans und Flipflops laufen. Mehrere versuchten, die Strecke zu verlassen, wurden allerdings dazu gezwungen, weiterzulaufen.
Die Facebook-Seite des Weltrekord-Versuches, der die erforderliche Teilnehmerzahl von 50.000 dennoch nicht knacken konnte, wurde inzwischen gelöscht. Vorher gab es aber zahlreiche Beschwerden, ein freiwilliger Helfer habe sogar berichtet, dass sie nach einer Weile keine Wasserflaschen mehr an die Teilnehmer ausgeben durften.
Das Event hätte eigentlich am 10. Februar stattfinden sollen, wurde stattdessen aber auf den 27. März verschoben - und begann erst um zwei Uhr nachmittags, als die Temperaturen ihren Höchststand von etwa 29 Grad erreicht hatten.
Skandalöse Stadionarbeiten
Für Katar ist es das nächste öffentliche Fiasko, das die Berichte von Amnesty International und anderen Organisationen untermauert. Demnach geht es auf den Baustellen für die WM 2022 menschenunwürdig zu, im Schnitt stirbt dem Guardian zufolge mehr als ein Arbeiter pro Tag. Schätzungen zufolge könnten bis zur Fertigstellung aller Stadien rund 4.000 Menschen ihr Leben gelassen haben.
Neben den mangelnden Sicherheitsstandards und den unmenschlichen Arbeitsbedingungen ist dabei vor allem problematisch, dass die aus dem Ausland kommenden Arbeitskräfte häufig ihre Papiere abgenommen bekommen. So können sie das Land nur mit Erlaubnis ihres Vorgesetzten wieder verlassen und davor in keinem anderen Job Geld verdienen.
Doch trotz all der Berichte sowie den hartnäckigen Gerüchten, wonach sich Katar die WM nur durch Bestechungen sichern konnte, bleibt das Land in der Sport-Welt offenbar angesehen. So erhielt Katar im vergangenen November auch den Zuschlag für die Leichtathletik-WM im Jahr 2019.